Jahrgangsgemischte Klassen

Seit Herbst 2016/17 werden bei uns zwei Klassen jahrgangsübergreifend geführt, das heißt Kinder mehrerer Schulstufen werden in einer Klasse unterrichtet.

Motive:

Wie wir wissen kommen die Kinder mit verschiedenen Voraussetzungen in die Schule. Untersuchungen zufolge gibt es zum Zeitpunkt des Schuleintrittes Entwicklungsunterschiede bis zu drei Jahren. Die Kinder sind unterschiedlich hinsichtlich Begabungen, Leistungsvermögen, Entwicklungsstand, förderlicher Lernmethoden, Arbeitstempo, sozialer Kompetenzen etc., um nur einige Aspekte zu nennen.

Dies stellt das Unterrichten in altershomogenen Klassen in Frage. Das bedeutet auch, dass wir mehr Individualisierung im Unterricht brauchen, um allen Kindern gerecht zu werden.

Gerade in jahrgangsgemischten Klassen sind Strukturen und Methoden vorgesehen und auch notwendig, die diesem Aspekt Rechnung tragen.

Merkmale:

  • Kinder verschiedener Alters- bzw. Schulstufen werden gemeinsam in einer Klasse unterrichtet.
  • Start: 1. und 2. Schulstufe / Ziel: 3 Schulstufen
  • Häufig wird im Team unterrichtet
  • Lehrer(in) ist nicht Wissensverteiler(in) sondern Lernbegleiter(in)
  • Hohes Maß an Individualisierung
  • Offene Lernformen
  • Großes Angebot an Unterrichtsmaterial
  • Alternative Leistungsbeurteilung / Pensenbuch in den ersten drei Schulstufen

Vorteile:

  • Altersmischung entspricht der Lebensrealität
  • verantwortungsvolles soziales Klima
  • Differenzierung und Individualisierung
  • häufig Verbleib im Klassenverband bei Schulstufenwechsel
  • Arbeiten auf persönlichem Lernniveau / keine Über- oder Unterforderung
  • Lernen miteinander und voneinander
  • es gibt „Lehrlinge“ und „Meister“
  • Förderung der Selbstständigkeit, Selbstorganisation und Eigenverantwortlichkeit der Kinder

Strukturgebende Maßnahmen im Schulalltag:

  • täglicher Morgenkreis
  • tägliche Freiarbeits- bzw. Planarbeitsphasen
  • Tages- und Wochenplanarbeit
  • phasenweise Aufteilung der Jahrgangsstufen wenn sinnvoll / Unterricht in einem zur Verfügung gestellten Nebenraum ist möglich
  • Ausstattung des Klassenraumes und Bereitstellung vielfältiger Arbeitsmaterialien, um eigenständiges Arbeiten zu ermöglichen
  • Einhaltung der Strukturen und Regeln ist in diesem Rahmen besonders wichtig

Leistungsbeurteilung:

Es gibt eine alternative Form der Leistungsbeurteilung, das Pensenbuch.

Wir können es in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellen.

Stundenplan:

Die Kinder der verschiedenen Schulstufen werden in der den Angaben des Lehrplanes entsprechenden Anzahl von Wochenstunden unterrichtet. In manchen Gegenständen (z.B. Religion) kann klassenübergreifender Unterricht (JMa, JMb) mit Kindern gleicher Schulstufe stattfinden.

Schulversuchsplan:

Die JMa wird als Integrationsklasse geführt, die JMb nicht.

In jeder Klasse arbeitet auch eine Teamlehrerin, die für die Sprachförderung eingesetzt ist.

Organisation der Jahrgangsstufen:

Klasse JMa

Klasse JMb

Schuljahr

Schulstufen

2016/17

1. / 2.

1. / 2.

2017/18

2. / 3.

2. / 3. / 1.

2018/19

3. / 4. / 1.

3. / 4. / 2.

2019/20

4. / 1. / 2.

4. / 1. / 3.

Aufgrund der begrenzten Freundesauswahl im Falle von vier Jahrgängen möchten wir uns auf drei Jahrgänge beschränken. Dabei orientieren wir uns an unserer „Vorbildklasse“, der JMb an der VS9 in Wels.

Im ersten Jahr starten wir parallel mit zwei Klassen, da dies organisatorisch von Vorteil ist. (s. unten). Wir würden aber jedes vierte Jahr keine neuen Kinder aufnehmen können, würden wir weiterhin parallel bleiben bzgl. Jahrgangsstufen. Daher ist geplant, im zweiten Versuchsjahr eine Klasse noch zweistufig, die andere aber bereits dreistufig zu führen, so dass in der Folge in jedem Schuljahr alle Jahrgangsstufen jahrgangsgemischt geführt werden können.

 

 

Evaluation:

In Vorgesprächen haben wir mit der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz eine Evaluierung in Erwägung gezogen.

Das innerste Problem unserer Pädagogik besteht darin,

jedem Kind das zu geben, was seine Gegenwart jeweils verlangt.“

Maria Montessori